VISITE BEI GUBBELS

 

Während eines Smokertreffs bei Peter Heinrichs lernte ich Elbert Gubbels persönlich kennen. Zu dem Zeitpunkt jagten sich die Gerüchte um Insovenz und andere Dinge rund um "Gubbels" und ich muss sagen, dass ich einen ganz anderen Eindruck von Elbert hatte. Nun gut, im nächsten Jahr trafen wir uns wieder und ganz langsam entstand die Idee, in Bezug auf die Serie BIG BEN eine Zusammenarbeit zu besprechen.

Im Frühjahr 2013 fuhr ich auf Einladung von Elbert Gubbels das erste Mal nach Roermund, hier nun der Bildbericht:

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Fabrikationshalle von aussen

Wenn man durch die Fenster schaut - helle freundliche Arbeitsplätze...

....und der Haupteingang war denn auch schnell gefunden.

Dort wurde ich von Elbert und Alfons Senior bereits freundlich erwartet und...

... bestaunte zunächst die Wippdrehbank, an der Alfons in Wien Meerschaumpfeifenbau lernte

Er übergab viele seiner Kenntnisse an den Sohn Alfons Junior (links), der heute...

... die Werkstatt leitet und über diese hypermoderne achtfach-Kopierfräse verfügt.

Dann schaute ich mir eines der typischen Gubbels-Pfeifenmodell an und überlegte...

....wie man den Bogen zur TINPIPE schlagen könnte...

letztendlich wusste der Alfons Senior Rat und entwickelte zunächst diese Form,...

die dann später von Alfons Junior zur Serienreife gebracht wurde

 

Im August 2013 fand die Endbesprechung zur "TINPIPE" statt.

Ich wartete in der schönen Raucherlounge des Hotels

Alfons Gubbels sen. im Gespräch mit mir zur TINPIPE

Besichtigung der Manufaktur

Klötze, Klötze, Klötze...

Officebereich

Ideenaustausch mit Elbert Gubbels

Freehand und Serienmodell

Ich danke der Familie Gubbels für die Einladung nach Roermund und ihr Engagement.

Nach dem ersten Besuch dort veröffentlichte ich in "Smokers Planet" folgenden bebilderten Artikel im Rahmen einer Kolumne:

Liebe Leser, noch unter dem Eindruck meines Besuches bei der Firma Gubbels in den Niederlanden und beim Peter Heinrichs-Smokertreff in Köln am vergangenen Samstag möchte ich einige Schlussfolgerungen ziehen, die ich KLEINER bei vielen Treffen und Gesprächen mit den GROSSEN nach diesen Jahren sicher ziehen kann....

Zunächst stellt sich die Frage, welcher Maßstab eigentlich anzulegen ist, wenn man die "Größe" beurteilt, vor allem im Größenvergleich: Hängt es in erster Linie von der Größe des Betriebes oder der finanziellen Möglichkeiten ab, hängt es von der Größe der menschlichen Qualität ab, hängt es vom vorwärtsgerichteten Spirit ab oder von der Größe der Niedertracht, mit der man Mitbewerber aus dem Wege schlägt ? Nun, leider scheint sich derzeit "Größe" eher von der Größe der Rendite her zu definieren, meint man oft ... Hat sich dieser Gedanke jedoch real bestätigt, wenn der David auf den Goliath trifft und mit vorerst friedlichen, jedoch etwas unbequemen Gedanken auftaucht ? Ich kann hier eher vom positiven Gegenteil berichten, liebe Leser.
Vorausgeschickt sei, dass ich einen Faible für die alten Patriarchen der wohlbekannten Traditions-Familienbetriebe der Branche habe. Sie haben alle Erfahrungen dieser Welt und können zunächst einmal voller Recht Respekt allein dafür für sich in Anspruch nehmen. In aller Regel kümmern sie sich um ihre Betriebsangehörigen, haben das Auf und Ab der Branche gesehen und ihre Firmen oft auf hoher See auf Kurs gehalten. Ich selbst hatte mit fast allen zu tun, so mit Dr. Obermann von Planta, mit Bernd Kopp, dem Senior-Chef von Kohlhase & Kopp und der Kopp GmbH, mit Peter Heinrichs, mit Wolfgang Diez von Denicotea, mit Heiko Behrens von DANPIPE und vielen anderen, kürzlich traf ich Alfons Gubbels sen. in Holland. Alle diese alten erfahrenen Branchenkenner haben etwas mit Serienproduktion grosser Stückzahlen zu tun, mit dem täglichen Bemühen, ihren Mitarbeitern am Monatsende ihren Lohn pünktlich zu zahlen, Nachhaltigkeit und Voraussicht walten zu lassen, nicht jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu treiben und nicht zuletzt damit, ihre jeweiligen Lebenswerke in die Hände von befähigten Nachfolgern zu legen, welche die Traditionen wahren und gleichzeitig Innovationen zulassen, um die Firmen weiterhin auf Kurs zu halten, egal, woher die Winde wehen.
Immer den Respekt für die Lebensleistung dieser "Großen" vorausgesetzt, habe ich eigentlich nur positive Erfahrungen zu vermelden. Egal, ob es die Eigenmarken oder die "YinYang"-Erfahrungen mit Planta, der neue 6-mm-Papierfilter mit Denicotea, die Zusammenarbeit mit Peter Heinrichs als Geschäftsmann oder VDP-Mitglied oder oder oder war, stets zeigte sich, dass diese Herren ein offenes Ohr für Ideen hatten, jedoch behutsam ihre eigene Interessenlage in Kontext damit bringen müssen. Also, von jetzt auf gleich funktioniert es halt nicht, ein wenig Geduld ist vonnöten, von Überzeugungskraft ganz zu schweigen...
Letztendlich ist doch aber ganz klar, dass sich meine Kunden, die Kunden handgemachter Pfeifen kleiner Stückzahlen von vielleicht 200-300 Pfeifen im Jahr, aus dem Bestand der Serienpfeifenkunden von Produzenten wie Gubbels, die eben 45000 Stück im Jahr erschwinglich auf den Markt bringen, herauskristallisieren.... Ferrari wäre doch nicht sehr intelligent, Volkswagen herabzuwürdigen, wenn doch die Autoliebhaber teurer Sportwagen aus diesen Käfern und Golfs heraussteigen und Liebhaber der roten Renner werden, oder ? Andererseits hat die Hochpreisbranche hier inklusive des Rennsports viel für die Massenhersteller geleistet, man befruchtet sich gegenseitig.
Schauen wir uns Stanwell an: Gross gemacht hat doch diese Pfeifenfirma, dass sie immer offen war für Ideen und Designs der großen dänischen Freehander, die stilbildend für die Pfeifenhersteller der ganzen Welt geworden sind. Gleichzeitig können sie immer Unterstützung von Stanwell oder Scandinavian Tobacco erwarten, was sich wiederum in ihren allgemeinen und speziellen Möglichkeiten niederschlägt. Es ist doch schön, wenn sich ein Pfeifeneinzelkönner weltweit in einem erfolgreichen Pfeifendesign wiederfindet und weiss, dass der Massenhersteller damit gut Geld verdient und etwas davon zurückgibt an ihn, den "Kleinen"... Vielleicht waren rein ökonomisch motivierte Entscheidungen der letzten Jahre nicht vollumfänglich glücklich, andererseits.... Hätte man die "großen Dänen" vielleicht hinsichtlich des Marktes und der Befindlichkeiten der kaufenden Klientel vorher besser zu Rate gezogen ?

Ja, dafür möchte ich eine Lanze brechen: Als ich bei Gubbels an Europas modernster 8-fach-Kopierfräse stand, mit Elbert und den beiden Alfon'sen sprach, wurde es mir wieder klar: Wir, die Grossen und die Kleinen, sollten mehr als bisher zusammenarbeiten, zum gegenseitigen Nutzen. Dabei können wir etwas kleineren und jüngeren respektvoll von den größeren und älteren Herren und Damen lernen und haben so die Möglichkeit, einige neue Ideen auf dem großen Markt erschwinglicher Pfeifen zu etablieren, der ja von diesen Goliaths für uns am Laufen gehalten wird. Vielleicht sollten wir "Kleinen" uns an einige spielregeln der Branche halten und aber dann die Unterstützung der "Großen" einfordern dürfen ?

Abschließend möchte ich mich bei den Genannten für Ihre offenen Ohren und ihre innovative Tatkraft bedanken, die für mich eine große Bereicherung meiner Tätigkeit darstellt. Die Bilder von der hölzernen Wippdrehbank von Alfons Gubbels sen., die er aus Wien nach seiner Lehre als Meerschaum- und Bernsteindrechsler mitbrachte, sprechen Bände, wenn man sie mit den Bildern der hochmodernen Kopierfräse vergleicht... Gubbels alt und jung ebenso, die sich gemeinsam aus der Krise herausgearbeitet haben und nun Hand in Hand wieder die 45000 Pfeifen im Jahr anpeilen. Dass dabei ein wenig Ideengut von mir einfloss, freut mich und ich wünsche den "Großen" viel Erfolg.

Ihr

Nils Thomsen